Madame Tussauds Berlin

Neujahr in Berlin: Unmengen von Besuchern tummeln sich vor dem
Wachsfigurenkabinett in der Nähe des Brandenburger Tores. Während am Tor
selbst die Bühnenabbauarbeiten der Silvesterparty gerade stattfinden,
möchten wir uns an dem Neujahrstag noch etwas Kultur gönnen.

Bis auf die Straße stehen über 2 Stunden vor Ende der Öffnungszeit
Besucher in der Warteschlange auf der Straße. Wollen wir da wirklich
dabei sein?


Ja, schließlich sind wir nicht alle Tage in Berlin. Mit stolzen 21 Euro
Ticketgebühr erwarten wir uns nach der Begrüßung des Bürgermeisters
Klaus Wowereit in Wachs viele Stars und Sternchen. Die Stars dürfen ihr
Double jeweils selbst enthüllen, bevor es von Besuchern bewundert wird.

Tragende Politiker wie Helmut Schmidt, Barrack Obama aber auch
historische Persönlichkeiten wie Anne Frank sind in ihrer passenden
Umgebung gut nachgestellt. Adolf Hitler ist hinter Glas am Schreibtisch
zu sehen, die Figur ist sehr passend getroffen und soll nicht
fotografiert werden. Das respektieren wir natürlich (wie leider nicht
alle Besucher) aus Respekt vor dem geschichtlichen Hintergrund.

Viele Besucher posen neben den Stars und im ganzen Museum ist ein
riesiger Foto-Shoot zu beobachten. Wer will sich zwischen Helmut Kohl
und Ronald Reagan stellen? Richtig, jeder Gast, der zwischen diese
politischen Größen passt.

Historische Roben (mit dem gut getroffenen Ludwig van Beethoven) laden
regelrecht dazu ein, immer wieder im Blitzlicht zu stehen.

Eine kurze Entstehung der Wachsfiguren zeigt uns eine schriftliche
Darstellung. Originalgetreu werden Maße der Stars genommen, von Hand.
Körpergröße,  sogar die Zahnform und der genauen Mimik genommen und dann
die Wachsfigur entstehen zu lassen. Das Echthaar wird täglich gepflegt,
ebenso das Make-Up erneuert. Am Beispiel von Herbert Grönemeyer ist dies
treffend dargestellt, Grönemeyer selbst als Figut allerdings überzeugt
mich als Fan nicht.

Auch Stars wie Madonna, Thomas Gottschalk oder auch Hildegard Knef sind
teilweise sehr übertrieben oder nicht reell dargestellt. Da sehe ich
sofort“ Wachsfigur“. Andere Persönlichkeiten wie Michael Jackson, Hape
Kerkelin sind in der toll dargestellten Kulisse fast mit dem Menschen zu
verwechseln.

Uns gefällt es, mal neben Albert Einstein zu stehen oder mit einer
Gitarre in der Hand bei den Beatles zu sitzen. Wer will wegen dem gut
dargestellten Günther Jauch am Pult von „wer wird Millionär“ sitzen?

Alles in allem wirkt der Besuch in dem überfüllten Museum dennoch nicht
entspannt. Außer kurz sehen, evt. staunen und fotografieren können wir
dem Wachsfigurenkabinett allerdings nicht zuviel Begeisterung entgegen
bringen: wenig Informationsgehalt für zuviel Geld. Diesen Eindruck
bestätigt der total teure und anspruchslose Souveniershop am Ende des
Rundganges.

Allenfalls „nett“ ist unser Gesamturteil….




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