Essen

Jeder kennt es…die Hose kneift, vom Rock vom Vorjahr, wo ich so viele Komplimente heute noch im Kopf trage, ist heute der obere Knopf angesprungen….oh Gott, was ist los? Ich habe doch fast gar nichts gegessen wie kann das sein? Auch Weihnachten legte ich abends eine Abendbrot-Pause ein und Silvester verzichtete ich aufs Tiramisu. Alle anderen schaufelten die Suessigkeit in sich hinein während ich etwas neidisch mit meinem Espresso da sass.Hmmmm…alles umsonst?

Naja wenn ich recht ueberlege: die Plätzchen der Schwiegermutter waren doch mit Suchtfaktor angereichert und mit Alkohol war ich an einigen Weihnachtsfeiern auch nicht zu sparsam. Wieviel Kalorien haben denn die Marzinpan Happen die ich verschlungen habe? Ich google es sind tatsächlich 95 pro Stück….so nebenbei waren das sicher 600 Kalorien zusätzlich am Tag.Und wie sieht es mit dem Rotwein aus? Ein halb trockener Rotwein zum Wildfleisch hat doch tatsächlich 230 Kalorien pro 250ml….oh je, eine Vorspeise ist das.
Wenn ich nun, einen Tag später, nochmal ehrlich mit mir selbst ins Gericht gehe habe in mir wohl selbst in die Tasche gelogen…über einige Monate hinweg. Und ich habe es wohl im Schmuddel Pullover kaum gemerkt. Frust!!!!
Doch Selbstmitleid bringt mich jetzt nicht weiter: zum Sommer will ich wieder in meiner Wohlfuehlzone liegen. Dabei geht es mir nicht um ein tolles Outfit oder die Kleidergroesse 34. Vielmehr will ich mich wohlfühlen, Sport treiben ohne dass mir gleich die Luft ausgeht. Und ganz nebenbei: der Rock vom Vorjahr soll wieder passen. Das ist mein Ziel. Nachdenklich nähe ich den Knopf an und denke: „Ananas-Diät“ oder „mehr Sport“. Oder? Nein, so geht es nicht: ich werde in einen Buchshop gehen und mich informieren, das packe ich an!
Gesagt – getan!

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Der Besuch in einem Bücherladen ist sehr ernüchternd: Ist die Trennkost besser? Oder vielleicht die schnelle Obst- Gemüse-Kost? Nein, ich werde einfach die Hollywood Diät angehen, hierbei gibt es sogar Eis und Cocktails. Oder doch lieber einfach auf Kohlehydrate verzichten?
Die Fleisch-Diät mit viel Eiweiß wäre auch was für mich, ich liebe Fleisch. Doch hierbei muss ich viel braten und kochen, dafür fehlt mir einfach die Zeit. Hat meine Freundin Billie, die 10 Kilo in 2 Monaten verloren hat, nicht mit den „weight-watchers“ soviele Erfolge gefeiert? Brauche ich vielleicht auch einen „Club-Beitritt“ und eine Betreuung beim Abnehmen unter Gleichgesinnten?

Noch nachdenklicher bin ich jetzt beim Verlassen des Geschäftes. Was tun?
Erst einmal gehe ich lange spazieren in der frischen Luft, um all die „Kalorien-Gedanken“ mal zu ordnen. Das tut gut. Nach 3 Stunden an der kalten Luft und zügigem walk fühle ich mich schon wohler. Hat ein guter Freund Zeit, mit mir heute Abend essen….oder Nein: quatschen zu gehen? Ich rufe ihn an….“Ja, gerne, ich habe Zeit und nehme Dein kleines Wohlstandsproblem auch ernst, ohne es zu dramatisieren. Mal 4-5 Kilo verlieren ist kein Problem, doch pack es richtig an!“

Das hört sich gut an. Nach dem Abend mit ihm gewinne ich folgende neue Erkenntnisse:
Schnelles Abnehmen ist Mist. Eine Belastung für Körper, Seele und den Magen. Zwar könnte ich mich schnell freuen, weil bei einigen einseitigen Diäten sofort Wasser aus dem Körper verloren wird. Doch das ist eben nur Wasser….und nicht das „böse Körperfett“. Also: Obst- Ananas- Fleisch oder Rohkost Diät wird gestrichen.
Ebenso ist es ein Trugschluß mit Aussagen wie „am Abend nichts mehr essen“ oder „Verzicht auf jegliches Fett“ dauerhaft sein Gewicht zu regeln. Bei all diesen „schnellen Nummern“ bleibt unter dem Strich eines: Frust. Denn der berühnmte „jo-Jo- Effekt“ tritt ein. Nach 3 Wochen Diät nehmen Sie hinterher mehr Gewicht zu, als Sie bei der Diät verloren haben. Dann beginnt die nächste „hau-ruck-Diät“ die den Effekt noch verstärkt. Also: weg mit all den Versprechnungen. Einseitige Ernährung bringt gar nichts, im Gegenteil: jeder Körper benötigt die Nährstoffe Fett, Eiweiß und Kohlehydrate. Dazu sind Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe elementar.
Leztendlich kommt es auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung an mit dem richtigen Tagespensum an Kalorien. Dieser Energieverbrauch hängt von vielen Faktoren ab:
-vom Geschlecht (Männer benötigen ca. 2000 Kalorien, Frauen deutlich weniger für den Grundumsatz)
-von der Belastung (Körperliche Aktivität verbraucht zusätzlich, jedoch auch geistige Arbeit oder seelischer Streß sind Energiefresser)
-vom Lebensalter
-von der Person selbst, jeder ist ein Individuum

Tendenziell essen wir zuviel Fett, doch bitte verzichten Sie lieber auf kalorienreiche Chips (600 kcal/100g) als auf mehrfach ungesättigte Fettsäuren im Öl. Der Körper benötigt auch Kohlehydrate, allerdings nicht diese aus Zucker, die nicht satt machen. Kohlehydrate aus Nudeln, Kartoffeln und Brot sind wichtig, sie müssen nicht zum „Körnefresser“ werden. Wer Fleisch oder Fisch mag, kann hier das nötige Eiweiß bekommen, aber auch aus Milchprodukten ist es hochwertiges Eiweiß, daß sie dem Körper zuführen müssen.
Vitamine und Mineralstoffe aus frischem Obst und Gemüse gehören in jeden Ernährungsplan. Und wenn wir wieder beim Thema Gewichtsreduzierung sind: „FDH“ sprich : „friss die Hälfte“ ist ein gutes Instrument. Hierbei gibt es keine Mangelerscheinung. Wenn Sie mal Lust auf ein Stück Kuchen haben…gönnen Sie sich diesen. Geniessen Sie ihn ohne schlechtes Gewissen. Der Körper reguliert dies von selbst wieder ohne Selbstgeiselung.
Bewegung an der frischen Luft, Dinge die Spaß machen und verbrennen sind besser als jede Diät: tanzen, schwimmen oder durch den Walt spazieren. Mit dem Hund des Nachbarn eine Runde laufen oder mit den Kindern tollen….hierbei macht abnehmen Spaß.
Ach ja: durch trinken führen wir dem Körper oft zuviele Kalorien zu, ohne dass wir es merken: 1 g Alkohl hat den gleichen Energiewert wie 1 g Eiweiß. Also mit 2 Gläsern Wein am Abend kann ich auch fast ein ganzes Nudelgericht essen.
Ein Eisbecher ohne Sahne enthält in etwa die gleiche Kalorienzahl wie 2 Gläser Cola.Und: ein Glas Vitaminsaft enthält sogar mehr Nährwert als eine Cola. Tipp: Wer nicht nur Wasser mag, kann es mit einem Spritzer Zitronensaft anreichert. Die Fruchtsaftschorle ist besser als der Saft. Tees sind eine leckere Alternative.
Alkohl ist wirklich keiner Ernährung dienlich…..
Wenn Sie bewußt trinken, nehmen Sie oft ab, ohne weniger zu essen.
Auch in der Kantine schmeckt es oft. Brauchen wir wirklich soviel Sauce zum Fisch? Muss der Salat im Dressing schwimmen und muß es das Brot zum Vorspeisensalat sein?
Wird auch Obst anstatt die süße Fruchtcreme zum Dessert gereicht? Ist die Suppe dick gebunden oder gibt es auch die leichte Gemüsebuillon? Auch ein Glas Wasser vor dem essen füllt ein wenig den Magen und verhindert das Völlegefühl nach dem übertriebenen Mittagsmal.
Wenn der Kollege ein Stück Kuchen ausgibt muss es nicht mit zusätzlicher Sahne verfeinert werden.
Und: ohne Zucker lebt es sich leichter.

All diese kleinen Regeln tun nicht weh und helfen, langfristig ohne Gewichtsterror das Leben zu verbessern. Ihr Lebensgefühl…und nicht nur die Kilozahl auf der Wage.
Tägliches wiegen bringt gar nichts…einmal die Woche reicht das. Ach ja: auch ohne Wage läßt es sich leben! Einfach bewußt und ohne Terror mal genießen, so regeln Sie ohne Diät nachhaltig Ihr Gewicht.
Viel Spaß dabei und vor allem: guten Appetit!




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