Soaps und: „In aller Freundschaft“

Lieben Sie auch eine TV-Soap? Vermissen Sie es, wenn nicht einmal die Woche eine bestimmte Familie in ihrem eigenen Wohnzimmer ihr Unwesen treibt? Wollen Sie genau mitbekommen, wie die unglückliche Liebe eines Professors endet? Genau deshalb brauchen wir sie: die Soaps in unserem Wohnzimmer. Sie helfen beim Abschalten, bringen Schwung in unseren Alltag. Tragödien sind dramatisiert, Probleme in eine heile Welt eingebettet.
Kennen Sie die Sendung „In aller Freundschaft“? Eine Lieblingsserie, auf ARD Dienstags um ca. 21 Uhr ausstrahlt. Die Umstrukturierung der Klinik erfordert Kosteneinsparung. Geht dies zu Lasten des Patienten? Dr. Heilmann, der degradierte Chefarzt setzt sich für das Wohl des Menschen ein. Ist es nur, weil die Krankengymnastikabteilung seiner Frau Pia geschlossen werden soll? Nein, natürlich ist Heilmann die Seele der Medizin und will jedes Leben retten. Die Anästhesistin Dr. Globisch hat es besonders schwer: sie hat sich in Herrn Weber, den Unternehmensberater (sorgt für Kostenersparnis) der Fa. „Abaris“ verliebt. Nehmen es ihr die Kollegen übel, dass ihr Herzallerliebste das Drama in der Klinik zu verantworten hat? Kathrin Globisch sitzt jeden Dienstag zwischen den Stühlen. Auch die frisch ernannte Pflegedienstleitung Arzu, die zwei Jungs von zweierlei Ärzten großzieht ist manchmal überfordert. Job, kein Personal, die Auslastung durch die neue Aufgabe in der Klinik. Da kann auch die Liebe zu Dr. Brentano, dem Oberarzt und Vater des ersten Kindes, nicht nur für positiven Ausgleich sorgen. Schließlich will sich auch der Oberarzt  ehrgeizig weiterentwickeln. Natürlich ist auch eine weibliche Karrierefrau im Ärzteteam die noch dazu verdammt gut aussieht und jede chirurgische Höchstleistung vollbringt.
Neben all den Turbulenzen in der Sachsenklinik ist jeden Dienstag ein anderes Patientenschicksal im Focus. Mit liebevoller Art ist Pfleger Benner zur Stelle und auch Schwester Julia nimmt jedes Gespräch auf sich, um den Patienten bei der Lösungen ihrer Probleme zu helfen. Kein Personalmangel, kein Pflegenotstand, kein böses Wort unter den Kollegen, die sich meist lieb haben. In der Sachsenklink spielen alle Charaktere eine Rolle: Dr. Kaminski, den Zyniker, vermissen wir, Dr. Eichhorn auch. Doch nach dem Liebesbruch zu Dr. Stein will sie natürlich ein neues Leben aufbauen. Die glücklich-heile Pflegewelt kann nur allen Patienten gut tun. Kein Todesfall, kein bad end. Wir brauchen Soaps, weil sie so irreal sind. Die heile Welt. Darf man nicht zumindest einmal wöchentlich darin entfliehen?
Gut, dass Dr. Ahrend, der Arzu vergöttert, der Sachsenklinik den Rücken zuwendet und uns in „den jungen Ärzten“ am Donnerstag eine neuen Serienzugang eröffnet. Wir lieben Ärzte, wir lieben Krankenhäuser. Lust, auf eine gesunde Scheinwelt?

 

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