„Heute bin ich blond“: Leben mit Krebs

„Heute bin ich blond“ ein Film, vom 30.07.im Spätprogramm auf ARD. Worum geht´s? Die lebenshungrige Sophia feiert Silvester und weiß: die Welt steht mir offen: „Ich habe Lust auf Männer, eine neue Wohnung mit Freundin Annabelle und Spaß haben!“ Voller Lebensdrang startet sie in ein neues Jahr, in dem bald die Ernüchterung einkehrt: der Arzt diagnostiziert schnell einen Tumor auf der Lunge der nicht operabel ist. Was erst wie ein Check wegen leichter Schmerzen und etwas Husten aussieht, wird zur bitteren Wahrheit. Sophia wird schnell in die Klinik zur Chemotherapie eingewiesen, bei erfolgreichem Verlauf soll die Strahlentherapie zu völligen Genesung führen. Auch die Heilungschancen sind ernüchternd: „auf alle Fälle keine 50%. Viel hängt von Ihnen ab“, so der Arzt.  Die Familie einschließlich Schwester steht voll und ganz zu Sophie, täglich ist während der Chemotherapie jemand bei ihr. Liebevoll vor allem Sophias Mutter die selbst den Kampf gegen Brustkrebs gewonnen hat. Was vermittelt uns das Bild einer Krebskranken? Richtig, ohne Jahre und mit Infusionsständer mit leerem Blick – so muss wohl ein Krebskranker aussehen. Sophia gehen nach einigen Wochen, wie erwartet, ihre wunderschönen langen dunklen Haare aus. Was macht man in so einer Situation? Richtig: sich den Kahlkopf selbst rasieren. Liebevoll leiht Pfleger Basti seinen Rasierer. Die Gefühle der 22jährigen schwanken, doch zum Trotz der Tränen macht sich die hübsche junge Frau einen „Perückenspaß“. Entgegen dem Ratschlag der Mutter, sich mit einer einfachen Perücke, beim Klinikfrisör beschafft, zu arrangierten weiß Annabell: „Das geht gar nicht, lass uns raus gehen und die passende finden!“ Sophia kauft mehrere Haar Prachten und gibt jedem Outfit eine andere Persönlichkeit. Während Rob, ein guter Freund, Sophia vor dem Klinikaufenthalt noch als Fotograf in wilden Posen abgelichtet hat, sieht Sophia, was sie mit neuer Frisur aus sich machen kann. Lydia ist die dunkelhaarige Schönheit, der rote Wuschelbob Sally ist die getragene Frisur bei allen Untersuchungen. Das Mädchen beginnt in einem eigenen Blog zu schreiben, freundet sich mit Verena, einer Mitpatientin an. „Dein Blog ist genial, Du schreibst toll. Anfangs wollte ich nur den ersten Tag lesen, doch ich habe alles aufgesaugt.“- Verena ist begeistert. Im Schreiben findet Sophia Kraft, die positive Energie verringert die Tumorgröße. Jede Untersuchung bis zur Bestrahlung verläuft positiv. Sophia, die nie eine Beziehung wollte und will, findet halt in Rob, der sich in sie verliebt. Sophia genießt die Zeit mit ihm und geht in Ihrer klinikfreien Zeit feiern.  Zum Leidwesen von Ärzten und Familie stürzt Sophia beim feiern öfter ab. Wird dies Folgen haben? Auch Rob ist in Sorge, für ihn ist aus Freundschaft mittlerweile Liebe geworden. Die Strahlentherapie beginnt, weiter findet Sophia Spaß am Perückenspaß. Als Lydia und dunkelhaarige Schönheit besucht sie eine Vorlesung und gräbt massiv den Dozenten an. Funktioniert die Masche noch, einen Typen abzuschleppen? Der Referent nimmt sie mit nach Hause, doch diese Bestätigung reicht Sophia und sie geht zurück in die Klinik. Immer öfter darf die junge Frau im Klinikausgang ihr eigenes Leben führen. „Es ist mein Krebs, ich muss ihn ertragen und besiegen!“ Annabelle, Rob und die ganze Familie unterstützen Sophia und schenken ihr zum Geburtstag eine blonde, sexy Perücke: Luna, eine neue Persönlichkeit entsteht. Was entsteht aus Sophias Begabung, auf ihrem Blog zu schreiben? Ein Zeitungsverlag spricht Sophia an und ist an ihren Storys interessiert. Eine tolle Bestätigung, oder?
Während Sophia sich von Rob eher distanziert, steht der Fotograf voll und ganz zu seiner krebskranken Freundin. Wie verlaufen die Untersuchungen jetzt? Was zeigen die ersten Ergebnisse der Strahlentherapie? Als rothaarige Sally zeigt der Film dass tägliche, 5minütige Strahlen Alltag der Therapie sind. Ungeduldig will Sophia die erste Untersuchung nach vorne verlegen. Wie wird das Ergebnis sein? Wie immer: große Angst, die Sophia mit ihrer Familie teil. Sophia betritt das Arztzimmer: „Sie haben Glück Frau Ritter, der Tumor ist nicht mehr erkennbar. Sie sind geheilt!“ Glücklich fällt Sophia dem grauhaarigen Strahlenarzt um den Hals. „Danke, Danke, Danke“….an die ganze Belegschaft der Klinik.
Ein Jahr später, Silvester: Nachdem Sophia mit Rob keine ernsthafte Beziehung wollte, sucht Rob den Weg zu einer anderen Frau. „Freunde?“ „Ja, Freunde, entgegnet der Fotograf an der Silvesterfeier, die Sophia mit Annabelle verbringt. Sophia, erstmals ohne Perücke und pfiffiger Kurzhaarfrisur, bereut, Rob abgewiesen zu haben. Welch bewegtes Jahr: „Letztes Jahr um die gleiche Zeit hatte ich so viele Wünsche. Heute habe ich keine Wünsche mehr, oder nur noch einen.“ Was hat Sophia in dem für sie bewegten Jahr gelernt? Schreiben für sich und die Menschen ist Bereicherung! Den Augenblick zu genießen, einen Kaffee am Morgen zu schlürfen und in der Sonne zu sitzen. Sind das wichtige Werte? Genau, aber erst nach einer Krankheit schätzen wir diese!
Ein ansprechender Film in dem es in einer ernsten Story um den Krebs um viele Werte im Leben gibt: Glaube versetzt Berge! Positiv denken? Immer ein Schritt Richtung Gesundheit. Eine Liebe? Kann oft erst nach der Beziehung ans Tageslicht kommen. Nebenbei: Haare verändert Persönlichkeiten! „Lass Dich niemals kleinkriegen, auch mit Deinem Krebs!“ Nicht nur viele Perücken, von platinblond über rot zu schwarz, formen die Persönlichkeit…Die Einstellung prägt unser Leben! Gerade in krassen Lebensphasen kann dies zum „to be or not to be“ führen.
Während Verena am Ende des Filmes keine Chancen mehr hat, bekam Sophia ihr neues Leben wieder geschenkt. Und lebt jetzt in England als Schriftstellerin….

 

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