Die „Veggies“ sind im Vormarsch

Vielleich sollten Sie Tiere mehr „knuddeln“ als essen? Damit sind Sie jedenfalls sehr „trendy“.
Um Geschmack geht es sicher nicht ausschließlich beim aktuellen Trend: immer weniger Menschen essen Fleisch und Wurst. Wussten Sie, das in Deutschland derzeit ca. eine Wurstfabrik pro Jahr schließen muss? Nicht so der größte Wursthersteller Deutschlands, Rügenwalder Mühle. Der Markteting- und Entwicklungschef Godo Röben erzählt: Jahrelang konnte er nicht befreit in den Urlaub fahren. Alle Maschinen zur vegetarischen Wurstherstellung wurden gestoppt. Die Fleisch-Lobby hat sich immer wieder bei der Unternehmensleitung durchgesetzt. „Es ist schrecklich wenn man einen Trend erkennt und eine Welt im Umschwung ist aber niemand mitziehen will,“ so der Trendsetter. Röbens Hartnäckigkeit hat sich längst bezahlt gemacht: beim derzeitigen Konsum von Wurst sind vier von zehn Produkten der Rügenwalder Mühle vegetarisch.
Dabei ist vor allem erkennbar, dass der Verzehr von Wurst vor allem aus Tierschutzgründen geringer wird. „Ich probiere doch mal die Veggiewurst“, so geht es in vielen Haushalten los. Wenn diese genauso gut oder sogar besser schmeckt als das herkömmliche Produkt wird die „neue Wurst“ auch von Nicht-Vegetariern öfter in den Einkaufskorb gelegt. Welcher aufgeklärter Mensch will schon die Massentierhaltung unterstützen? Mittlerweile ziehen Anbieter wie Gutfried, Zimbo und Ponnath nach. Diese sind, ebenso wie der Discounter Aldi schon am Markt mit der „Veggiewurst“. Auch Wiesenhof will mit der auf der Basis von Soja und Erbseneiweiß gewonnenen Mortadella im Herbst das Angebot erweitern. Warum verkauft sogar Ikea „vegetarische Köttbullar?“
Das alte Gebot: die Nachfrage steuert dass Angebot ist eine betriebswirtschaftlich sinnvolle Weisheit. Gerade Schnitzel und optisch er klassischen Wust ähnelnde Produkte lassen sich gut verkaufen. Viele Metzger sind derzeit zurückhaltend. Anders als beim damaligen BSE Trend ist nun ein völlig neuer Markt entstanden. Bewusst ernährende Menschen erkennen, dass die vegetarische Wurst sehr wertvoll an Eiweiß und mehrfach ungesättigten Fettsäuen ist. Dabei ist der Nährwertgehalt um ca. um 30-40% höher. Auch er Discounter Rewe erkennt: „Wir beobachten steigende Nachfrage.“ Das bislang noch beschwerdefrei geltende Produkt gilt als „der Renner“ der Zukunft. Haben auch Sie auf Ihr Brot schon einmal eine Scheibe „Veggiewrst“ gelegt? Oder Chicken Nuggets ohne Fleisch probiert? Nicht nur extremen Tierschützern vergeht der Appetit, wenn sie die Schweinefleisch-Salami auf ihrem Brötchen essen. Der Vegetarier Bund Deutschland (VEBU) meldet: rund zehn Prozent der Bevölkerung hier zu Lande ernährt sich derzeit vegetarisch. Vor 30 Jahren lag dieser Wert gerade einmal bei 0,6%. Nicht nur in Naturkostläden oder Reformhäusern gibt es die „Veggiewurst“ zu erwerben. Werden wir beobachten, dass das fleischlose Produkt bald in jedem Discounter günstig zu erwerben ist? Sicherlich! Liebe Metzgereibetriebe: Bitte seid nicht sauer sondern stellt euch um! Eine Erweiterung des Angebotes ist unerlässlich, wenn Sie zukünftig auch Erfolge in Ihrem Betrieb feiern wollen…. Ein Tipp für Fleisychliebhaber: kosten Sie erst, bevor Sie urteilen. Schon mal blind beide Wurstsorten probiert und beurteilt, welche besser schmeckt? Guten Appetit!

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