Behördenfehler und die Konsequenzen für eine USA Reise – Teil 2

Ein Reisepass ist ein wichtiges Dokument. Waren Sie schon einmal in den USA? Jeder, der dieses Land schätzt weiß, dass ohne Einreisegenehmigung und Reisepass die Grenzüberschreitung nicht möglich ist. Erhöhte Sicherheitskontrollen machen schon manchen Bürgern, die alle Dokumente ordnungsgemäß beisammen haben oftmals Probleme. Wozu das alles? Es dient Ihrer eigenen Sicherheit. Gerade nach dem Anschlag am 09.Semptember sollten kriminelle Fluggäste keine Chance mehr haben, in die USA einzureisen. Das gelingt auch mit Erfolg.
Haben Sie schon einmal ihren Reisepass gesperrt und später wiedergefunden? Genau das ist Bianca passiert. Eigentlich kein Problem. Mit dem neu beantragten Pass einzureisen, ist schließlich kein Problem. Diese „easy go lucky“ Einreise hält genau bis zu diesem Zeitpunkt an, als Bianca den alten Pass in einem Umzugskarton wieder findet und der zuständigen Gemeinde dies mitteilt. Die Aussage: „Vernichten Sie den Reisepass und wir nehmen ihn aus der Sperrliste,“ ist einfach und schnell von einer Gemeindemitarbeiterin getätigt. Leider ist dieser eine Satz schlichtweg falsch. Doch die nichtsahnende Bianca als beschäftigte Frau ist froh darum, dass sie sich den Gang zur Gemeinde ersparen kann und zerschneidet den gesperrten und wieder gefundenen Reisepass. Da sie ca. 4-5 mal im Jahr in die USA einreist, um u.a. eine gute Freundin zu besuchen, die ihr sehr am Herzen liegt, merkt Bianca schnell, dass das Dokument nicht von der Sperrliste entfernt wurde. Jedes mal wieder muss sie dem Zöllner erklären, dass der alte Pass wieder gefunden und vernichtet wurde. Doch den Tipp des Münchener Beamten mit: „Behörden hören oftmals nicht sofort, melden Sie einfach den Reisepass nochmals bei der Gemeinde“, nimmt Bianca ernst. Diesmal erscheint sie persönlich auf dem Gemeindeamt und erklärt den Sachverhalt. „Sie hätten denn Pass nie selbst vernichten dürfen. Das können nur wir machen.“ entgegnet die junge Staatsangestellte. Ja, und jetzt? Nach einigen Diskussionen kann Bianca glaubhaft versichern, dass der gesperrte Reisepass vernichtet ist und sie unterschreibt ein dementsprechendes Formular. Alles erledigt jetzt, oder? Bei der nächsten USA Reise kommt das plötzliche Erwachen: Bianca kann sich am Morgen des Abflugtages ihr Ticket nicht online ausdrucken. Was ist hier los? Aus noch unerfindlichen Gründen darf Bianca nicht einreisen und macht sich auf den Weg zum Flughafen. Mit Hilfe eines freundlichen Mitarbeiters der Fluggesellschaft „United airline“ und einem sehr bemühten Bundespolizisten ist Bianca das Problem schnell klar. Der gesperrte Pass wurde entsperrt und nicht als vernichtet erklärt. Der gültige Reisepass wird damit ganz automatisch gesperrt. Bianca steht mit dem ihr vorliegenden Pass, mit dem sie bereits 8 mal in die USA eingereist ist, auf der offiziellen Fahndungs- und Sperrliste. Da sie als Statusmitglied der airline beste Hilfe von der Dame der Fluggesellschaft erhält, können wild diskutierend beide Damen dem Bundespolizisten erklären, dass die Einreise mit dem vorliegenden Pass nie ein Problem war. Auch der freundliche Beamte glaubt, dass die Gemeinde bei der EDV Eingabe alles vermurkst hat. Aber klar ist: die Tickets verfallen, eine Einreise in den USA heute oder morgen mit einem auf der Fahndungsliste stehenden Pass funktioniert keinesfalls. Die fleißige Bianca kann nicht einmal ihren Urlaub rückgängig machen und sitzt nun im Raum München herum. Nein, herumsitzen wäre übertrieben gesagt: der Notarbesuch am nächsten Tag ist unerlässlich. Dieser beglaubigt dass die Vorlage des Personalausweises und des Reisepasses als Kopie mit den Originalen übereinstimmen. Mit dieser Bestätigung kann die Bundespolizei nun die Sperre rückgängig machen. In Deutschland ist das auch schnell erledigt, doch ob die Botschaft auch in den USA ankommt? Ein Computer wertet aus, ob Bianca mit 2 gesperrt gewesenen Reisepässen wieder eine Einreisegenehmigung erhält. Mit dem jetzt entsperrten Pass versucht Bianca, ein ESTA zu erhalten. Dies kann bis zu 96 Stunden dauern. Bianca wartet und wartet ob sie ein ja oder Nein erhält. Die Urlaubstage gehen ins Land….und nach 96 Stunden erhält Bianca die Auskunft, sie solle sich bei der Botschaft in München mit einem Bürgen vorstellen, um den Sachverhalt glaubhaft darzustellen. Letztendlich das kleinere Übel, als einen komplett neuen Reisepass beantragen zu müssen. Mit Hilfe eines zuständigen Rechtsvertreter schafft sie es zumindest, Kostenersatz für die verfallenen Flüge und eine angemessene Entschädigung für den vermasselten Urlaub zu erhalten. Doch der Ärger bleibt.
Tja, Behördenmitarbeiter können Fehler machen, passieren jedoch manchmal nicht zu viele davon?

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