Zweimal „In aller Freundschaft“ mit den jungen Ärzte

Eine neue Serie am Donnerstag um 18:50 Uhr. Die Sachsenklinik in Leipzig kennen Sie sicherlich? Eine Soap in der ARD…die viele Fans jeden Dienstag ein „TV-Glück“ genießen lassen. Grund genug, dass die ARD nun eine ähnlich gestaltete Serie am Donnerstag ausstrahlt. Seit Januar 2015 läuft im Johannes-Thal-Klinikum der „junge Klinikalltag“ , in dem Dr. Niklas Ahrend aus der Sachsenklinik nun nach Erfurt wechselt. Er hat hier die „Assis“ , die Assistenzärzte unter seiner Obhut. Dabei ist der feinfühlige Charmeur nicht überfordert sondern stets für das junge Team da.
„In aller Freundschaft“ am Dienstag und „In aller Freundschaft – die jungen Ärzte“ am Donnerstag. Nachdem ich beide Serien kenne und auch dazu stehe, dass dies die einzige Soap ist, die ich wirklich mit Begeisterung sehen, frage ich mich nun, wie es weitergeht. Während in der Serie am Dienstag des Ärzteteams derzeit alles um Abaris, eine Unternehmensberatung geht, spielt es sich am Donnerstag bei den jungen Ärzten zur Zeit auf einer sehr persönlichen Basis ab. Was mögen die Zuschauer lieber? Die Geschäftswelt eines Klinikalltages mit einer Gesellschaft wie Abaris? Oder nicht doch eher die Schicksalsschläge und Liebesgeschichten? Sicherlich interessiert Frauen in erster Linie das persönliche Leben von Ärzten, Assistenzärzten, Krankenschwestern oder Patienten, das ist doch normal, oder? Jedenfalls ist es auch in beiden Serien immer wieder interessant zu sehen, welche tiefen Patientenschicksale mit all den persönlichen Problemen außerhalb der Krankheit die Klinik und das Personal tangieren. Wir fühlen mit? Natürlich, mehr als das. Sind es doch dramatische Wendungen des täglichen Lebens, die Liebe, Gesundheit die das ganze Leben einen hohen Stellenwert einnehmen. Affaire in der Klinik gefragt? Natürlich: im Stationsalltag ein Dauerthema. Für mich jedenfalls haben die jungen Ärzte in meiner Gunst aktuell einen deutlichen Vorsprung gegenüber der Ursprungsserie. Woran liegt dies? Die Abaris Einsparungen nehmen Überhand, unternehmenspolitische Sparmaßnamen bestimmen das Seriengeschehen. Wenn wir Wirtschaft wollen, sehen wir Reportagen oder Nachrichten, oder? Schließlich ist das Solo Leben von Dr. Stein und auch das Leben von Arzu und Philipp viel spannender. Das Drama um Dr. Heilmanns Zusammenbruch retten sicher nicht die Sympathie der Serie, für mich jedenfalls. Es fehlen einfach Persönlichkeiten wie Dr. Eichhorn und auch der Knorz Dr. Kaminski.
Da ist es für mich gut, dass nur zwei Tage später Dr. Ahrend und sein Team mehr über das persönliche Leben der Ärzte zeigen. Endlich ist die Sommerpause vorbei und wir wissen nun, wie es um Assistenzarzt Ben nach seinem Motorradunfall mit Liebschaft Dr. Leyla Sherbaz aussieht. Obwohl die 10 Jahre ältere Ärztin zu ihrem jungen Kollegen steht und ihm seine Liebe zeigt, kommt der schöne Vorzeige-Assistenz Arzt nicht mit dem Schicksal des amputierten Beines zurecht. Wie mag das noch enden? Wird ihre Klinikliebe öffentlich und kann Leyla Ben psychisch unterstützen? Da ist es gut, dass Elias, einfach das „Bärchen“ schlechthin ist und mitfühlend da ist für seinen besten Freund. Tja, wird Niklas, der Dreh- und Angelpunkt der Serie, ein privates Glück finden das ihn rettet, nicht nur im Johannes-Thal-Klinikum seinen Sinn zu finden? Es bleibt spannend…. Jedenfalls gibt es bei den jungen Ärzten mehr persönliches, mehr Gefühlsschwall und auch mehr Emotionen, die geweckt werden. Hoffen wir nur, dass diese Entwicklung nicht so weitergeht. Denn wenn schon Klatsch, Tratsch und Unterhaltung, dann können sicher viele Zuseher auf das Pseudo-Wirtschaftsgehabe rund um Abaris und Co verzichten. Schließlich haben wir die Schauspieler und ihr Schicksal lieb gewonnen…oder? Doch vielleicht gibt es ja auch in der Dienstagsserie noch Überraschungen der persönlichen Art, wer weiß. Dr. Peters, Dr. Stein und auch Schwester Julia sind schließlich interessante Charaktere mit denen wir gut mitfühlen. Naja, der kalte Eisblock Dr. Peters…wird er auch noch zum schmelzen gebracht? Sicher, gibt es über die solide und schöne Karrierefrau auch noch das ein-oder andere zu berichten. Jedenfalls würde mich persönlich das deutlich mehr interessieren als Abaris und Einsparungen….Wenn schon Soap dann richtige Soap ansonsten gibt es ja noch NTV : smile.
Wie dem auch sei: Zweimal „in aller Freundschaft“ ist auf alle Fälle mehr chillen, sich berieseln lassen und relaxen. Das gibt Kraft für den wahren Alltag des Wirtschaftslebens. Der Alltag, der uns sehr viel beschäftigt und mit dem wir unser Geld verdienen.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.