Maifeuer: Tradition in Bayern

Ein Auszug aus meiner Kindheit:

„Endlich ist es der 30.04! Heute Abend darf ich zum Maifeuer im Dorf. Es wird angezündet, wenn es dunkel ist und wir Kinder chillen und relaxen rund um das Lagerfeuer. Es gibt Getränke zu kaufen und mein Papa, der Gastronom, spendiert ab 21.30 Uhr frischen Leberkäse für alle! Wow, es ist soooo toll und aufregend hier. Ob Gross ob Klein: alle tummeln sich hier in dieser dunklen, spannenden Welt der Lagerfeuers wo die Hexe (eine Stoffpuppe oben auf dem Mast, der aus dem Feuer ragt) irgendwann im Laufe des Abends in eine bestimmte Richtung fällt, die das Jahr des künftigen Sommers voraussagt……“

So oder so ähnlich waren meine Gedanken als ich ca. 10 Jahre alt war. Später habe ich meine allererste Zigarette auf dem Maifeuer geraucht.

In der anschließenden Freinacht zum 1. Mai dürfen alle Jugendlichen alles was frei an Häusern und Straße herumsteht, im Ort verstecken. Mülltonnen werden verschoben Fensterläden ausgehängt oder parkende Autos mit Klopapier eingerollt. In dieser wilden Freinacht waren wir in kleinen Gruppen von 3-5 Leuten unterwegs. Diese Nacht hatte etwas kriminelles, verrruchtes, verbotenes…auch wenn es klar war: heute ist Freinacht. Für mich als Mädchen war es ein aufregender Tag, eine aufregende Nacht in der ich Dinge tun durfte, die mir das ganze Jahr über verwehrt waren….

Tja, so ist der 30.04. in vielen bayerischen Dörfen ein besonderer Tag. Kennt ihr persönlich den Brauch des Maifeuers auch?

Diese Tradition besteht immer noch! Auch als Erwachsene kann man immer wieder gern das Maifeuer besuchen, auch wenn die anschließende Freinacht ganz der Jugend gehört. So mache ich mich heute einmal, nach Jahren, wieder auf den Weg, um alte Kindheitserinnerungen in mir aufzuwecken und besuche das Apfeltranger Maifeuer. Was wird sich (außer dem Platz, wo es angezündet wird) wohl in vielen Jahren verändert haben?

Regina Gerum

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.