Vom Fussball über Musik zur Bravo auf den Olympiaturm: Welcome Didi Zill

 

Kennt ihr Didi Zill?  Der Berliner glänzte als kleiner Junge durchaus durch sein Fußballtalent, Herta und Co ließen grüßen. Doch letztendlich gibt Dieter, der unter Didi in der Szene besser bekannt ist, sein Fussballtalent zu Gunsten der Musik auf. Man kann ja nicht überall sein, oder?

In den 70er Jahren ist der Musiker und Gitarrist mit seiner Band DIDI AND HIS ABC BOYS sehr erfolgreich. Ganz im Sinne der damals hippen Beats von Beatles und Co war Didi mit seiner Band sehr erfolgreich.

1969 wechselte er die Fronten und wurde bei der uns allen bekannten Redaktion BRAVO Fotograf und übersiedelte in die Fotoredaktion. Ob Größen wie Tina Turner, die Stones oder Peter Maffay – Musik und Fotografie verbindet. Zill setzten mit seinen Motiven auf LP- und Singles künstlerische Akzente. Was vermissen wir doch in der heutigen digitalen Musikwelt 2017, oder?

Ich sehe Didi Zill zum ersten mal, bin eingeladen zur Ausstellungseröffnung „Magic Moments of Rock and Pop!“ Die  Fotokunst in München ist hier ab 12. Mai über die ganzen Sommermonate zu bewundern.

Dazu düse ich nun das höchste Gebäude Münchens, den Olympiaturm, mit dem Aufzug empor. In 181 Meter Höhe könnt ihr hier das kleine, einzigartige Rockmuseum bewundern. Klasse: viele Stars die in der Münchener Olympiahalle oder gar im Stadion aufgetreten sind, haben hier einen winzigen Teil von sich verewigt.  Besser gesagt: in dem Mini-Museum (der Eintrittspreis ist übrigens in der Turmauffahrt enthalten) können nur 1% von den Highlights der Poplegenden aus Platzgründen ausgestellt werden. Das heißt aber auch: hier wird es nie langweilig, oder?

Der Besuch lohnt sich in meinen Augen jedenfalls sehr. Auch ich erinnere mich alleine wenn ich mir die Eintrittskarten den 80er und 90er Jahre anblicke, an den ein- oder anderen Besuch eines Rockkonzertes mit einem Lächeln im Gesicht…

Doch nun zum Star der Ausstellungs-Eröffnung – zum Künstler Didi. In einer sehr sympathischen Eröffnungsrede sucht er die Nähe zu seinen Besuchern. Seine Affinität in die USA merke ich, nachdem ich selbst viel in den Staaten bin, sofort.

Für seine damaligen Schnappschüsse benötigte Didi „auch Glück“! Ja, das kennt jeder Fotograf: nicht jedes Motiv ist positiv beeinflussbar, dafür ergeben sich doch die ein- oder anderen Glücksmomente, die Du sofort live festhalten musst. Gelingt dies, ist es ein Highlight des Freudentanzes für den Fotografen.

Als ich mir den ein- oder anderen Schnappschuss näher betrachte ist mir klar: das war damals. Damals konnte man Stars wie Mick Jagger noch nah am Flügel bei der Probe festhalten. Die Stones beim abrocken? Für Schnappschüsse wie diesen legte sich Didi sicher selbst auf die Bühne –  Bühnenpräsenz mit Sinn für den einzigartigen Moment!

Beides wäre im heutigen Zeitalter nicht möglich. Kein Fotograf darf so nah ran, es gibt nach einem Konzert eine begrenzte Foto-Shooting-Zeit wo dann letztendlich jeder „den gleichen Mist“ schreibt oder festhält. Diese Individualität der Menschlichkeit – die zeigt Zill auf seinen Pics durch die Nähe zu den Stars, jedoch auch durch seine Affinität zu Rock und Pop. Rock´n Roll – der fetzt auch bei Didis Fotokunst.

Dass Herbert Hauke (Hauptverantwortlicher und Gründer des Rockmuseums) am Anfang der Vernissage Werbung für die neue Rockmuseum-App macht, ist legitim. Denn nichts geht heute ohne digitale, schnelllebige Welt, nichts funktioniert ohne WLAN, Apps und Internet.

Die Welt hat sich verändert – umso schöner, dass wir hier in den Höhen mit Blick über die bayerische Landeshauptstadt den Ursprung der Fotokunst bewundern dürfen. Hier ist nichts retouchiert, keine Rock-Emotion beschönigt oder gemildert. Es war so und wir sehen es so.

Ich gebe es zu: Heute wird „gefotoshoppt“ , nicht nur Stars werden optisch verschönert. Mit einer App auf dem Smartphone kann das heute jeder 13jährige.

Gut, dass Technik nicht alles ist. Die herrliche Magie der Momente rund um Rock und Pop genießen wir Besucher jetzt in einer herrlich süßen Kalorienbombe – der selbst gezauberten Rock-Torte! „Magic Rock, Magic Gaumenfreude“ – MMMhhhh – lecker! Das rockt….und auch ohne Sport-App weiß jeder: auf der Bühne oder beim Abtanzen beim Rockkonzert sind die Kalorien ganz schnell wieder verbrannt und „weggetanzt!“.

Ach ja, die „gute alte Zeit!“ War sie wirklich so gut? Sagen wir es einfach einmal so: sie war anders! Sie war irgendwie ehrlicher, greifbarer, unkomplizierter.

Hol Dir diese legendäre Momente wieder zurück und Besuche das Rockmuseum. Das rockt und fetzt – individuell, ganz ohne mainstream zu sein.

Didi Zill – Danke für Deine Momente!

Regina Gerum

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