Segway Tour durch Madrid mit Victoria

Madrid am 06.06.2017: Ich schaffe es doch tatsächlich von Marriott Hotel zielstrebig mit dem Bus nach Canilejas und von dort aus weiter mit der Metro nach Gran Via zu reisen. Dank dem guten Service an der Rezeption vom Marriott Auditorium Hotel schafft ein orientierungsloser, etwas blinder Maulwurf mit viel Reiseerfahrung wie ich es doch tatsächlich, sehr günstig in die Innenstadt zur Segway Sightseeing-Tour zu reisen.

Dank Google Maps finde ich zu Fuß schnell den Weg von meiner Metro Station Gran Via zum Platz Espaniol, wo es bald losgeht…Der herrlich historische spanische Platz lädt erst einmal zu ein paar Schnappschüssen ein. Obwohl ich wenig Ahnung habe, weiß ich, die Denkmäler haben irgendwie mit dem Habsburgern zu tun…LOL. Doch das werde ich auf der ca. 2stündigen Tour mit diesem witzigen Gefährt ja erfahren….oder?

Einige düsen schon mit den kleinen Wägelchen umher, ob ich das wohl auch meistern werde? Wo trifft man sich überhaupt genau? Ich bin ein wenig planlos (wie immer) und rufe einfach einmal die Nummer auf meiner Reservierung. Dort verspricht man mir freundlich, mich am Denkmal aufzupicken, super. So sitze ich in der ungewohnten Sonne und relaxe. Schon kommt eine junge, witzige Lady im Segway angedüst und sieht sich auf dem Platz um. Sucht sie etwa mich? Ja, ganz sicher! Da melde ich mich doch gleich einmal…ja! „Wink-wink….“ Super, sie sucht genau mich, die Regina.

Während Victoria im perfekten Deutsch mir erklärt, sie stamme aus Hannover, bin ich ihr auf dem Segway fast schon am Hinterherrennen, dass ich ihr Tempo mithalte. Im Büro angekommen frage ich :“Sind wir alleine?“ und fahre fort…“ich bin noch nie mit so einem Ding da gefahren!“ Die sympathische Frau (wir duzen uns sofort) meint:“Ach Du, einige können es nach fünf Minuten, andere lernen es nie…“! Tja,: mein Mann bucht mir auch immer so lustige Sachen…

Lachend bekomme ich jetzt noch eine Sonnencreme, die ich benutzen darf und eine Flasche Wasser von Victoria. Mann, ist das süss, so familiär. Ich unterschreibe, dass ich die Verkehrtsregeln kenne und die Fussgänger sorgsam Vorrang haben und noch so einigen Verkehrskram. Erst einmal wird geübt: In der Seitengasse versuche ich nur mit meinem Körper das Vehikle zu meistern, lenken funktioniert anfangs nicht und ich lande fast im Baum. Doch ich übe weiter und als zwei Spanier mich an- oder vielmehr auslachen lache ich zurück! ist doch mir egal, ich stelle mich einfach neuen Herausforderungen und bin stolz darauf! Tststs! Ich möchte euch mal sehen, wenn ihr euch zum ersten mal Wimperntusche auftragen müsstet….Tststs!

Victoria meint dass es doch schon ganz gut klappe und wir erst einmal im Schildkrötenmodus unterwegs seien. Los geht s!

Nun düsen wir an den Plaza de Espaniol zurück und bewundern ein historisches Bürogebäude, das leersteht und unter Denkmalschutz ist. Ein Investor hat etwas Neues damit vor…welch Vermögensvernichtung dass dieser Komplex jetzt leersteht bei den Immobilienrpeisen in bester, zentraler Lage hier.

Ruckl-Ruckl—der Segway geht ganz schön ab wenn man über unebene Steine düst. Doch ich fahre achtsam bei dem ganzen Verkehr hinter Victoria her. Cool ist das: jetzt geht es vorbei am Senat (Spanien ist wohl genauso chaotisch organisiert wie Deutschland) zum Palast, wo der König nur für Staatsbesuche und Empfänge präsent ist. Umzählige Zimmer schmücken dieses mehrstöckige Gebäude das vom anliegenden riesengroßen Park Casa de Campo sehr gut zu bewundern ist.

Madrid ist sehr sauber und gepflegt. Alle historischen Gebäude wirken feudal, edel und mehr als reinlich. Victoria meint: „Hier wird viel Müll produziert, jedoch auch viel Müll wieder weggeräumt!“ Stimmt, ständig räumen Menschen hier öffentliche Pätze auf. Upps – beim Plaza des Sol bin ich so begeistert dass ich beim fotografieren fast in die Passanten fahre. Bisher hat es doch so gut geklappt mit dem Segway…doch das parken ist wohl eine große Herausforderung, LOL!

Ich bin echt begeistert von den großen Dichtern und Malern, die hier in der historischen Stadt alle ihren Platz finden. Das Wetter ist eindeutig zu schön, um mir das Prado anzusehen, außerdem ist mit zeitgenössische Kunst lieber. Victoria erklärt mit, dass von 19 – 21 Uhr viele Museen freien Eintritt hätten…cooler Service, oder?

Victoria zeigt und begeistert mich von von feinen Häusern umrandeten Plätzen wie dem Plazze de Sol oder dem Plazza de Major, wo sich viele Menschen tummeln. Da mein Schildkrötenmodus längst abgestellt ist, nehme ich den Hinweis von Victoria ernst: „Fahre hier niemand über den Haufen. Segway ist nicht wirklich beliebt hier bei den Spaniern….“, den die hübsche Deutsche mir lächelnd gibt. Oh Mann, werden wir noch einen Unfall erleben? So beschäftigt mit Sighseeing und neuen Eindrücken…naja, Wunder wäre es keines, oder? Außerdem ist das Gefährt ganz schön schnell bei Maximaltempo von 16 kmh und meine Stärken lagen noch nie im Führen eines Fahrzeuges…

„Wir fahren jetzt auf dem Radweg zurück. Hierbei sollten wir hintereinander mit Abstand fahren“ sagt mir Victoria da wir uns oft nebeneinander unterhaltend fortbewegen. Gesagt getan. Auf einer dicht befahrenen Straße ist ein schmaler Radweg, wo Victoria jetzt abbiegt. Es ist laut. Tatü, tata!

Ich traue meinen Augen nicht. Plötzlich rauscht ein Feuerwehrauto auf dem Radweg schnell in unsere Richtung. Sirenenlärm und Blaulicht….das Feuerwehrauto rast unbeirrt und nicht langsam auf uns zu. Ich versuche, den Segway mit mir zu retten. Hat das Ding denn keine Bremsen? Ich sehe schnell zu, dass ich dieses für mich ungewohnte Fahrzeug, den Segway, irgendwie auf den Gehweg rette und knalle mir dabei das Rad an die Verse. Autsch. Zwei ältere Fussgänger huschen schnell auf den Gehweg und sind geschockt. Und meine Reiseleiterin? Sie rettet sich in letzter Sekunde hinter mir mit dem Segway vom Radweg und ist leichenblass. Oh, die Arme. Sie tut mir Leid, sehe ich ihre Schockstarre im Gesicht.

Wir steigen erst einmal ab und nehmen einen Schluck Wasser. Sowas aber auch…Wie kann man nur so rasen und Passanten vom Radweg vertreiben? Rechtfertigt ein Feuerwehreinsatz schnell einmal Passanten fast zu Tode zu fahren? Wie tickt denn dieser Fahrer, kaum konnten wir uns retten. Dabei ist die arme Victoria die erste in der Reihe und somit die letzte die sich auf den Gehweg retten kann.

Zum Glück ist nichts passiert, doch wir fahren jetzt langsam mit ca. 5-8 km/h auf dem Gehweg Richtung Oper, die im Jahr 2017 20Ojähriges Jubiläum feiert. Am wunderschön angelegten Park des Palaste können wir alle Königsstatuen bewundern. „Naja, Königshäuser und er damit verbundene Klatsch sind nicht so mein Ding…“ stelle ich lächelnd fest und Victoria lacht zurück. „Geht mir auch so….“ meint sie und der Schock hat sich glücklicherweise etwas verzogen.

Die junge Reiseleiterin meint, sie würde doch einmal bei der Polizei oder Stadt anrufen wollen, wie denn die Fahrer so drauf seien…“Ja, mach das“ meine ich angeregt und muss wegen einem rollenden Ball stark auf dem Gehweg ausweichen….Oh Mann! Nach 2,5 Stunden Segway-Tour bin ich ganz erledigt. Kein Wunder: soviel Neues, soviel Sonne, die Anfang Juni noch ungewohnt ist, soviel Aufregung um einen verrückten Fahrer.

Segway fahren ist super lustig. Die Tour durch Madrid kann ich nur empfehlen. Für 49 Euro kommst Du in kleine Gassen und in viele Gärten. Es gibt viel zu erkunden…und das Fahrerlebnis lockert Sightseeing einfach auf. Sehr zu empfehlen, mach ich wieder! Busfahren ist dagegen langweilig und main-stream.

Als wir absteigen merke ich ein leichtes ziehen in den Beinmuskeln. Gut so, ein klein wenig Sport beim Sightseeing durch Madrid.

Ach ja: über ein Trinkgeld freut sich Jeder. Vicotria hat ihren Job mehr als gut gemeistert und ich bin erneut froh dass ihr, außer diesem Schock, nichts passiert ist…

Danke für diesen tollen Trip durch Madrid mit vielen einzigartigen Erlebnissen, die ich nie vergessen werde…

Das Personal des Marriiott Auditorium Hotels und auch Busfahrer sind personell gut aufgestellt und bemüht, Touristen wie mir zu helfen. Danke!

Regina Gerum

 

 

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